Gábor Schein
Lazarus
Akademie Schloss Solitude- Hardcover
- Seitenzahl: 136
- Preis: 15 Euro
- Format: 14 x 22 cm
- Sprache: Deutsch (aus dem Ungarischen von Wilhelm Droste)
- ISBN: 978-3-929085-95-2
- Lieferbar seit September 2004
Gábor Schein lässt in seinem Roman ein Wunder geschehen: Péter nimmt ein letztes Mal Kontakt zu seinem verstorbenen Vater auf und führt ein Gespräch mit ihm, das zu Lebzeiten nie möglich war. Im Leben hatte ihnen die Sprache gefehlt, doch im Tod kann nur sie das Gewesene wieder lebendig machen. Es gibt eine Geschichte zu erzählen und es sind Fragen zu beantworten. Um das zu vollbringen, schreibt Péter ein Buch und wird so zum Autor seiner eigenen Vergangenheit. Er widersetzt sich damit dem Verbot, das der Vater, in den letzten zwei Monaten seines Lebens selbst der Stimme beraubt, dem Sohn auferlegt hatte.
Um seine Familiengeschichte zu schildern wechselt der Ich-Erzähler die Ebenen: in Sprüngen gelangt er von der Intimität des Zwiegesprächs in eine narrative Außensicht. Indem er sich selbst mit Péter und seinen Vater mit M. benennt, gewinnt die Erinnerung an Realität und seine Geschichte wird erst so als Kontinuum sichtbar.
Mit diesem kunstvollen Arrangement hat Gábor Schein einen authentischen Helden, dessen Wunsch in Erfüllung geht.
Gábor Schein (geboren 1969 in Budapest/Ungarn) ist Dichter, Prosa-und Dramenschriftsteller, Philosoph und Übersetzer. 2002 schuf er seinen ersten Kurzroman Mordechai/ Mordecháj könyve, 2003 war Gábor Schein Stipendiat der Akademie Schloss Solitude. Nach Lazarus erschien 2005 der Gedichtband Panaszénekek. Gábor Schein lehrt an der Eötvös-Lóránd-Universität am Institut für Ungarische Literatur und war Gastprofessor an der Universität in Wien.


















